WISSEN · NACHHALTIGKEITSBERICHTERSTATTUNG
Nachhaltigkeitsbericht erstellen: Von der Idee zur fertigen Publikation
Ein Nachhaltigkeitsbericht bringt viele unterschiedliche Informationen zusammen: Daten und Fakten, Entwicklungen, Ziele, Geschichten und Perspektiven aus verschiedenen Bereichen einer Organisation. Daraus eine verständliche und gut strukturierte Publikation zu machen, ist vor allem auch eine redaktionelle Aufgabe.
In diesem Artikel geht es deshalb um den kommunikativen Entstehungsprozess: Wie wird aus vielen einzelnen Informationen ein Bericht mit Struktur, rotem Faden und verständlichen Texten?
Ursprünglich veröffentlicht am 16.06.2020 · redaktionell aktualisiert 2026
01 — Konzept
Konzept und Struktur entwickeln
Bevor die ersten Texte entstehen, braucht ein Bericht eine klare Struktur. Was soll die Publikation leisten? Für wen wird sie erstellt? Welche Themen sollen darin vorkommen – und wie hängen sie miteinander zusammen?
Ein guter Bericht hat einen roten Faden und macht es Leser:innen möglichst einfach, sich auch durch komplexe Inhalte zu bewegen. Statt einzelne Themen einfach aneinanderzureihen, lohnt es sich deshalb, früh über Dramaturgie, Kapitelstruktur und mögliche Schwerpunkte nachzudenken.
Auch die Gestaltung sollte bereits in dieser Phase mitgedacht werden. Welche Möglichkeiten bietet das Corporate Design? Welches Bildmaterial ist vorhanden? Müssen neue Fotos entstehen? Welche Inhalte eignen sich eher für Grafiken, Tabellen oder andere visuelle Darstellungen?
Je früher diese Fragen geklärt sind, desto leichter lassen sich Redaktion und Gestaltung später zusammendenken.
02 — Recherche
Informationen zusammentragen
Ein guter Bericht entsteht selten am Schreibtisch einer einzelnen Person. Die benötigten Informationen liegen meist an vielen verschiedenen Stellen einer Organisation.
Neben Daten und Kennzahlen braucht es deshalb qualitative Informationen: Erfahrungen aus Projekten, Entwicklungen aus dem Berichtszeitraum, Einschätzungen von Verantwortlichen und konkrete Beispiele, die abstrakte Themen verständlich machen.
Je nach Organisation können diese Informationen zum Beispiel über Gespräche, Interviews oder Fragebögen zusammengetragen werden.
Bevor die eigentliche Texterstellung beginnt, lohnt es sich, das Material entlang der geplanten Berichtsstruktur zu sortieren. Welche Informationen gehören in welches Kapitel? Wo fehlen noch Inhalte? Welche Fragen müssen noch geklärt werden?
Eine gute Vorbereitung spart später viel Zeit – und verhindert, dass die Redaktion ständig zwischen unzähligen Dokumenten, E-Mails und Ansprechpartner:innen hin- und herspringen muss.
03 — Redaktion
Texte schreiben und abstimmen
Jetzt wird aus dem gesammelten Material eine zusammenhängende Publikation.
Die redaktionelle Aufgabe besteht dabei nicht nur darin, Informationen sprachlich schön zu formulieren. Unterschiedliche Quellen, Fachsprachen und Perspektiven müssen zusammengeführt, komplexe Zusammenhänge verständlich erklärt und Wiederholungen vermieden werden. Gleichzeitig sollte der Bericht durchgehend nach derselben Organisation klingen.
Gerade bei Berichten mit vielen beteiligten Fachbereichen gehört deshalb auch Abstimmung zum Schreibprozess. Texte werden geprüft, ergänzt und überarbeitet. Für diese Feedbackschleifen sollte von Anfang an ausreichend Zeit eingeplant werden.
Bei umfangreicheren Publikationen hilft außerdem ein klarer Redaktionsplan: Wer liefert welche Informationen? Wer gibt welche Texte frei? Welche Inhalte müssen zu welchem Zeitpunkt fertig sein?
Ein guter Bericht macht Komplexität verständlich, ohne sie wegzuerklären.
04 — Gestaltung
Gestaltung und Veröffentlichung
Auch die beste Redaktion hilft wenig, wenn sich am Ende niemand durch den Bericht bewegen möchte.
Gestaltung schafft Orientierung. Bilder, Infografiken, Tabellen, Diagramme und typografische Elemente können Inhalte strukturieren und Zusammenhänge schneller erfassbar machen. Entscheidend ist dabei nicht möglichst viel Gestaltung, sondern eine visuelle Sprache, die zum Inhalt, zur Organisation und zu den Leser:innen passt.
Deshalb sollten Redaktion und Design möglichst nicht erst ganz am Ende aufeinandertreffen. Schon während der Texterstellung kann mitgedacht werden, welche Informationen sich besser visuell erzählen lassen und wo längere Texte tatsächlich notwendig sind.
Und mit der fertigen Datei endet die Arbeit nicht unbedingt: Über Website, Newsletter, Social Media, Pressearbeit oder andere Kommunikationskanäle können einzelne Inhalte des Berichts anschließend weiterverwendet und für unterschiedliche Zielgruppen aufbereitet werden.
Wirkung kommunizieren
Es muss nicht immer der große Nachhaltigkeitsbericht sein.
Gerade für Social Enterprises, NGOs und andere wirkungsorientierte Organisationen kann ein Wirkungsbericht ein passenderes Format sein.
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche gesellschaftliche oder ökologische Wirkung eine Organisation erreichen möchte: Welches Problem adressiert sie? Was tut sie konkret? Wen erreicht sie damit? Was verändert sich – und was lässt sich vielleicht noch nicht eindeutig beantworten?
Ein Wirkungsbericht kann deutlich kompakter sein als ein umfangreicher Nachhaltigkeitsbericht. Entscheidend ist auch hier, aus vielen Informationen eine verständliche Geschichte zu entwickeln, ohne die Komplexität der eigenen Wirkung zu verstecken.
MEINE ARBEIT
Wirkung verständlich machen.
Heute unterstütze ich vor allem Social Enterprises, NGOs und Nonprofits bei ihrer strategischen Kommunikation – von der kommunikativen Positionierung und klaren Botschaften bis zur redaktionellen Umsetzung. Dazu können auch Wirkungsberichte und andere Publikationen gehören. Umfangreiche klassische Nachhaltigkeitsberichte übernehme ich dagegen nicht mehr.
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